Ikarus

Veröffentlicht am 1. Aug 2005 / Liedermacher, Schriftsteller


Der Titel „Ikarus“ ist die Geschichte eines antiken „Helden“, der sich auflehnt gegen die Übermacht der Götter, gegen Unrecht, gegen elitäres Denken. Er tut es allein und ist im Grunde chancenlos und seine einzige Kraft ist sein brennendes Herz, dass ihn selbst „brennen“ lässt – bis er zu leuchten beginnt wie ein Stern und sichtbar wird für alle.

Dabei ist das natürlich metaphorisch gemeint – sein Geist leuchtet, seine Ideen. Es ist ein Liebeslied an die Rebellion und nicht etwa an deren hässliche Kehrseite: den Fanatismus…


Das ist Ikarus. Der, der brennen muß.
Trag die Flügel, Wind, bis sie Fackeln sind.
Trag ihn höher, Sturm, in den Götterturm.
Gold und Elfenbein stürzen krachend ein.

Tausend Jahre schon steht der Göttertrohn,
lebt in Saus und Braus, presst die Armen aus.
Lebt in Blutgewalt, mitleidlos und kalt.
Nun kommt Ikarus, der der brennen muß.

Sie sind mächtiger. Sie sind prächtiger.
Sind im Kreis des Lichts. Du ein dunkles Nichts.
Sie sind wunderschön. Du mußt untergehen.
Sie sind ohne Not. Du bist jetzt schon tot.

Sind die Götter taub, schreib Dein Wort in Staub.
Sind sie schön und fein, schlag die Masken ein.
Sind sie wütend dann, zünd dich selber an.
Sie sind starrer Glanz. Du bist Flammentanz!

Sie sind Götter, klar. Fern und unnahbar.
Du bist nichts als Du. Also schlägst Du zu!
Dort ein Engelsheer – tausend oder mehr!
Du hast nichts als Dich. Also zögre nicht!