Reykjavik

Veröffentlicht am 29. Jan 2016 / Hören, Liedermacher

In den vergangenen Jahren haben sich Strom & Wasser, angeführt von ihrem Sänger, Songschreiber, Bassisten und Produzenten Heinz Ratz, vor allem mit deutschen Realitäten beschäftigt. Schon 2011 besuchte Ratz im Rahmen der Tour der 1000 Brücken viele hiesige Flüchtlingsunterkünfte und stellte mit Musikern und Vokalisten, die er dort kennenlernte, danach das mehrfach ausgezeichnete Projekt The Refugees zusammen. Zuvor wies der 1968 geborene Ratz durch spektakuläre Aktionen auf Obdachlosigkeit und Umweltverschmutzung hin; drei seiner Produktionen erhielten den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Mit dem Doppel-Album Reykjavík beginnt nun ein neuer Zyklus. Es ist das erste einer geplanten Reihe, bei der Strom & Wasser mit Musikern aus verschiedenen europäischen Kulturmetropolen zusammen arbeiten. Auch bei diesem Projekt geht es Ratz um unvorhergesehene Begegnungen, frische Eindrücke und lebendigen Austausch

Warum nun der Blick nach Europa? Während alle Welt über die Schulden Griechenlands und anderer südlicher Länder diskutierte, ärgerte sich Heinz Ratz, dass der ursprünglich humanistisch geprägte europäische Gedanke zunehmend in Finanzdiskussionen unterging. „Durch die vielen Gespräche mit Flüchtlingen während unseres letzten Projekts habe ich außerdem eine gewaltige Diskrepanz festgestellt zwischen dem, wie wir als Europäer von Europa denken und dem, wie Flüchtlinge Europa empfinden“, erklärt Ratz. Mit Reykjavík und den geplanten weiteren Produktionen in anderen Städten möchte er die Aufmerksamkeit wieder auf den kulturellen Reichtum des Kontinents lenken. Damit einher gehen natürlich Reflexionen über Heimat und Fremde, der Willen zur überwindung von Grenzen und das Streben nach Freiheit, das Nachdenken über die eigene Identität und die Freude an einem produktiven Miteinander.

Vor allem aber möchte Ratz einen Raum für poetische Begegnung schaffen, ausprobieren, was entsteht, wenn man Strom & Wasser in fremde Länder wirft. Wie sehr unterscheiden sich gemeinsame Alben mit zunächst isländischen, später auch baskischen, russischen, albanischen Musikern? Welche Antworten findet man im hohen Norden, welche Geschichten im Süden? Wie wirken Mythen, Landschaften, Metropolen, Mentalitäten auf die Musik, wie sehr lässt sich deutsche Sprache mit anderen europäischen Sprachen vermischen?
 


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