Mondpunk

Veröffentlicht am 7. Jan 2011 / Hören, Liedermacher



Bald schon haben wir es geschafft – und die schöne Erde ist ein verpesteter Ort, an dem keiner mehr leben möchte. Es wird sich die Frage stellen: wohin jetzt? So rückt der Mond immer mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Natürlich wird die einzige Bevölkerungsschicht, die sich einen Umzug dorthin leisten kann, nicht unvorbereitet dorthin gehen wollen. Experimente werden nötig sein. Was wäre also nahe liegender, als die Überflüssigen und Fortgeworfenen, die Leistungsverweigerer, kurz: den ganzen Abschaum der Unterschicht schon mal probeweise dorthin zu schicken, vorzugsweise natürlich die Punks. Was dann aber geschehen könnte: endlich befreit von den Bitterkeiten der Zweiklassengesellschaft würde sich ein sehr fröhliches Mondvölkchen bilden, erfindungsreich und fruchtbar – und dann plötzlich voll bestgelaunter Anarchie eine Invasion auf die grimmige Erde starten: – die Mondpunks kommen!

Der Postmoderne mit ihrem Gewinn maximierenden Lächeln sind verbindliche Werte abhanden gekommen. Aber weil (Gewinn-) Zahlen allein auch nicht glücklich machen, ist die Kulturwelt manisch auf der Suche nach einer Statthalterschaft für die Wirklichkeit. „Authentizität“ heißt das Zauberwort. Viele schreiben darüber, Heinz Ratz hat sie.

Authentizität aber hat man nicht nur, man gewinnt sie. Ratz gewinnt sie, einerseits durch sein Leben: Nach einer rabiaten Kindheit, einer Totalverweigerung und einem Jahr auf der Straße hat Ratz mit bislang zehn Büchern, 14 CDs und über 1.000 Konzerten den Weg zurück und zum Publikum gefunden, eine Authentizität des Seins. Ratz ist aber auch authentisch durch sein Tun. Ratz macht Rabatz: Im „Moralischen Triathlon“, 2008 dem „Lauf gegen die Kälte“ gegen Sozialabbau mit Spendensammlungen zugunsten Obdachloser, 2009 „Die Lee(h)re der Flüsse“ im Verbund mit dem B.U.N.D. für einen besseren Naturschutz, 2010 auf dem Rad „Die Tour der 1.000 Brücken“ gegen die „nationale Abgrenzung“, kämpft er für eine bessere Welt, Stunden lang, und das vor seinen Auftritten.
 


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