Anticool

Veröffentlicht am 20. Jun 2014 / Hören, Liedermacher

„Die meisten Dinge auf der Welt sehn einfach besser aus, wenn man sie falschrum hält“, stellte Heinz Ratz vor Jahren fest. Auch sein neues Album „Anticool“ folgt dieser Devise. Nicht nur das Titelstück ist ein klares Statement gegen den Zeitgeist; darin wettert Ratz mit seiner typischen Mischung aus Lakonie und Zorn: „Man erkennt euch am Stil, außer Stil ist da nicht viel.“ Der Sänger, Songschreiber, Bassist und Kopf der Band Strom & Wasser bezieht weiterhin unmissverständlich Stellung. Darüber hinaus offenbart er nun auch viele private Gedanken, die wegen seines politischen Engagements in den vergangenen Jahren eher in den Hintergrund getreten waren. Verschiedene Songs kreisen um liebevolle Gefühle, zeigen Verletzlichkeit, betrachten innere Dämonen, beschäftigen sich mit Vergänglichkeit oder öffentlichem Erwartungsdruck, skizzieren ironisch alltägliche Beobachtungen. Sie passen ebenso zu Ratz‘ erklärter Anticoolness wie empörte Kapitalismuskritik.

In jedem Gesicht ist ein schönes Gesicht, ein Geheimnis aus 1000 Geschichten.
Ist nicht schlimm, wenn es brennt, nicht schlimm, wenn es sticht
Ist schlimm nur, aufs Glück zu verzichten.
(Aus: „In jedem Gesicht“)

Dass Heinz Ratz und seine Band inzwischen mit verschiedensten Preisen * ausgezeichnet wurden, hat ihre subversiv Haltung offenbar noch angespornt. Entschlossen bezweifelt der weit gereiste „Radikalpoet“ vieles, was der gute Bürger gerne glaubt. Dabei versteckt sich Ratz nicht hinter Metaphern, sondern erzählt direkt und ehrlich von Dingen, die ihn bewegen. Der Wahrheit auf der Spur sprengt er Löcher in glänzende Fassaden, findet Risse im Lack und Sprünge in Schüsseln. Mit heiligem Ernst und emotionalem Furor kann er harsche Verbalattacken reiten, in die Rolle des Eulenspiegels schlüpfen, um wenig später über Glück oder das eigene Leben zu philosophieren.


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